Willkommen 
im Labor

Opera Lab Berlin verwirklicht seine künstlerischen Anliegen in verschiedenen Formaten. Wir produzieren größere Musiktheaterarbeiten selbst, unternehmen künstlerische Kooperationen und haben zuletzt die experimentelle Musiktheaterreihe IM FELD ins Leben gerufen.   Für IM FELD bringt Opera Lab Berlin Komponisten und Regieteams zusammen, die gemeinsam mit dem Ensemble im Acker Stadt Palast Berlin in jeweils einwöchigen Proben- und Aufführungsphasen kleinere, experimentelle Produktionen von neuem Musiktheater realisieren. Opera Lab Berlin erzeugt hier einen vergleichsweise intimen und regelmäßig geöffneten Freiraum für neues Musiktheater als Begegnungsstätte von künstlerischer Kreativität und neugieriger Zuschauerschaft. Am Ballhaus Ost wird in den kommenden Jahren jährlich eine große Produktion von zeitgenössischem Musiktheater realisiert.
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Neuinszenierung

triebgesteuert

Im Feld #8

Der Mensch ist im Grunde ein wildes, entsetzliches Tier. Wir kennen es bloß im Zustand der Bändigung und Zähmung.

(A. Schopenhauer)

Mittagspause. Das Büro-Rudel versammelt sich am gewohnten Ort, doch unter dem Schafspelz der Zivilisiertheit brodelt es gewaltig. Während sich die zwanghafte Unterhaltung langsam in ihre Bestandteile zerlegt, offenbart sich unter der rissigen Oberfläche erschreckend Unerwartetes. Die Transformation beginnt...

Unter dem Titel „Herdentrieb“ begeben wir uns auf eine musikalische Feldforschung, eine theatrale Untersuchung der feinen Linie, die unseren Verstand von unseren Emotionen, unsere gesellschaftlichen Normen von unseren tierischen Instinkten teilt. Die Grenzen des menschlichen Miteinanders treten in der Absurdität unserer Alltagsfloskeln zutage und zeigen die Unzulänglichkeiten einer Sprache, die als Kommunikationssystem ins Leere läuft.

In Carola Bauckholts Werken wird das Bekannte zum Besonderen: Das Nebensächliche, durch den täglichen Gebrauch für uns bereits Unsichtbare, erscheint plötzlich  befremdlich und skurril. Inspiriert von Klängen der Natur, der Industrie und der Technik, die gleichberechtigt neben Instrumenten und Stimmen stehen, löst sie Elemente des Alltags aus ihrer natürlichen Umgebung heraus und fügt sie zu neuer unerwarteter Gestalt zusammen.

Aufführungen: 10., 11., 12. März 2017,

20 Uhr


Acker Stadt Palast Berlin


Ackerstraße 169/170

Tickets: 8-15 € (nach Vermögen)

unter: karten@ackerstadtpalast.de und an der Abendkasse

Komposition: Carola Bauckholt

Regie: Eva-Maria Weiss

Bühne und Kostüme: Lisa Fütterer

Musikalische Leitung: Antoine Daurat

Künstlerische Leitung: Evan Gardner

mit: Victor Barceló, Thorbjorn Bjornsson, Angela Braun, Sophie Catherin, Evdoxia Filippou, Bettina Gfeller, Magnús Hallur Jónsson, Timotheus Maas

Neuinszenierung

Staatstheater

Fast ein halbes Jahrhundert nach der Uraufführung von Mauricio Kagels Staatstheater (1971 an der Hamburgischen Staatsoper) widmet sich Opera Lab Berlin einer neuen, zeitgemäßen Inszenierung dieses bahnbrechenden Musiktheaterwerks.

Die Titel der neun Abschnitte („Repertoire“, „Einspielungen“, „Ensemble“, „Debüt“, „Saison“, „Spielplan“, „Kontra-Danse“, „Freifahrt“ und „Parkett“) lassen bereits erahnen: Kagel selbst setzte sich in seiner Version von Staatstheater vor allem mit dem Thema des Musiktheaters an sich, seinen Bedingungen und Möglichkeiten auseinander. All das auf die für Kagel so typische schwarzhumorige, teils groteske, teils absurde Art. Er lässt aber auch Raum für Neuinterpretationen, ja sogar für eine Neu-Komposition des Stücks: Die einzige formale Vorgabe lautet, dass es nicht länger als 100 Minuten dauern darf. 


Für unsere Neuinszenierung im Ballhaus Ost gehen wir daher einen Schritt weiter als Kagel: In einer auf Opera Lab Berlin zugeschnittenen Besetzung von 8 Musikern und 8 Sängern entwerfen wir einen musiktheatralischen Parcours – für 5 Abende verwandeln wir das Ballhaus Ost in einen fiktiven Staat! Unsere Zuschauer sind eingeladen, sich auf eine interaktive Reise durch unseren Mini-Staat zu begeben und sich gemeinsam mit uns der Frage zu stellen: Was darf der Staat, was soll er, was kann er – was bedeutet er für unser Leben? Wie begegnet er uns im Alltag? Wie können wir ein selbstbestimmtes, individuelles Leben in einer vorgegebenen Gesellschaft führen? Welche Rolle spielt der Staat bei aktuellen Fragen, Krisen und Konflikten? Und, nicht zuletzt: Welche Alternativen gibt es zu unserer Staatsform, die wir im Alltag nur selten in Frage stellen?

5 Aufführungen ab dem 2. Mai 2017

im Ballhaus Ost

Mit Sängern und Musikern des Ensembles

Komposition: Mauricio Kagel
Komposition der Fassung für Opera Lab Berlin: Evan Gardner

Inszenierung: Michael Höppner

Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds