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im Labor

Opera Lab Berlin verwirklicht seine künstlerischen Anliegen in verschiedenen Formaten. Wir produzieren größere Musiktheaterarbeiten selbst, unternehmen künstlerische Kooperationen und haben zuletzt die experimentelle Musiktheaterreihe IM FELD ins Leben gerufen.   Für IM FELD bringt Opera Lab Berlin Komponisten und Regieteams zusammen, die gemeinsam mit dem Ensemble im Acker Stadt Palast Berlin in jeweils einwöchigen Proben- und Aufführungsphasen kleinere, experimentelle Produktionen von neuem Musiktheater realisieren. Opera Lab Berlin erzeugt hier einen vergleichsweise intimen und regelmäßig geöffneten Freiraum für neues Musiktheater als Begegnungsstätte von künstlerischer Kreativität und neugieriger Zuschauerschaft. Am Ballhaus Ost wird in den kommenden Jahren jährlich eine große Produktion von zeitgenössischem Musiktheater realisiert.
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Uraufführung

Songs of Rebellion

Eine Produktion von BAM! – Berliner Festival für aktuelles Musiktheater, Ultima Oslo Contemporary Music Festival und Onassis Cultural Centre Athens. Gefördert durch die Kunststiftung NRW. BAM! - ist eine Veranstaltung des ZMB – Zeitgenössisches Musiktheater Berlin e.V. in Kooperation mit Volksbühne, Acker Stadt Palast, Ballhaus Ost, Kultur Büro Elisabeth und Operadagen Rotterdam. Gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa (Spartenoffene Förderung), den Dutch Performing Arts Fund und die Rudolf Augstein Stiftung.

In SONGS OF REBELLION setzen sich Brigitta Muntendorf (Komposition) und Michael Höppner (Regie) mitsamt ihrer aus verschiedenen Ensembles formierten »Community of Practice« der individuellen und kollektiven Kraft des Protestlieds aus und inszenieren dessen ambivalente Beziehung zu Formen des Aufbegehrens. Die widersprüchlich zwischen Aufruhr und Anpassung schwankende Rolle dieses Songtyps als Aufputschmittel, Kult, Mythos, Widerstandsgeste oder Partymusik lässt ihn ebenso unsterblich wie verletzlich erscheinen. SONGS OF REBELLION entfaltet einen Erlebnisraum musikalischer, theatralischer und medialer Schaltstellen, in dem Weltflucht und Agitation, Kunst und Politik, Neue Musik und Pop, Kontemplation und Aktion zu jeder Zeit Fanfare wie auch Schlaflied der Rebellion sein können.

Uraufführung: 27.9. 19:30 und 28.9. 17:00 beim „BAM! – Berliner Festival für aktuelles Musiktheater“ am Ballhaus Ost (Pappelallee 15, 10437 Berlin)

Weitere Aufführungen: 29.2. 2020 am „Onassis Cultural Centre Athens”,   2.–7. Juli 2020 bei „Time of Music“ in Viitasaari/Finnland, September 2020 bei “Ultima. Oslo Contemporary Music Festival“ in Oslo/Norwegen, 29.9.-3.10. bei „Festival Musica” in Strasbourg/Frankreich, 2.–10. November 2020 bei „November Music” in Herzogenbosch/Niederlande, 20.–29. November 2020 beim „Huddersfield Contemporary Music Festival” in Huddersfield/UK

Komposition: Brigitta Muntendorf

Inszenierung: Michael Höppner

Bühne, Kostüme, Maskenbau: Jule Saworski

Video: Warped Type (Andreas Huck und Roland Nebe)

Klangregie: Maximilian Estudies

Technische Produktionsleitung, Licht: Lukas Becker


Mit: Carola Schaal (Klarinette, Performance), Till Künkler (Posaune, Performance), Louis Bona (Bratsche, Performance), Malgorzata Walentynowicz (Synthesizer, Performance), Evdoxia Filippou (Percussion, Performance), Brigitta Muntendorf (Performance), Michael Höppner (Performance)

auf Gastspiel bei den „Musiktheatertagen Wien“

Humbug

eine Produktion von Opera Lab Berlin, finanziert aus Mitteln des Musikfonds.

Aus Bernhard Langs fünfteiligen „DW16r: Songbook I Retexture“ für Frauenstimme und drei Instrumente machte Opera Lab Berlin 2017 ein vielstimmiges Musiktheater. Nach der Uraufführung von „Humbug“ im Berliner Acker Stadt Palast ist die Inszenierung nun als Gastspiel bei den „Musiktheatertagen Wien“ zu sehen: Einst lockten die gefiederten Sirenen Seefahrer mit ihrer Allwissenheit auf eine todbringende Insel. Vom Kriegsheimkehrer Odysseus links liegen gelassen und vom Kreuzfahrtunterhalter Orpheus übertönt, fielen sie zunächst ins Wasser, bis der Kulturindustrielle P.T. Barnum sie schließlich ganz aufs Trockene setzte.

Inspiriert von Langs Songs, in denen die weibliche Stimme in Begleitung von „damaged beats“, d.h. Loops von Rock- und Jazzpatterns, Protest, Liebe, Rauschvisionen, Hexenwahn und Totenklage zum Ausdruck bringt, gerät „Humbug“ unter Verwendung weiterer Texte, einer elektroakustischen Komposition Langs, im Arrangement für drei Sängerinnen (Evan Gardner) und unter Einbeziehung von Tanz, Schauspiel, Performance, Video, Bühnen- und Kostümbild zur multimedialen und gattungsübergreifenden Adaption des Sirenenmythos: Andersens bekanntes Märchen „Die kleine Meerjungfrau“ und P.T. Barnums historischer Coup der Präsentation einer „echten“ Meerjungfrau in New York verbinden sich mit Langs Songs zu einem Musiktheater, das gesellschaftliche Erscheinungsformen von Weiblichkeit und die Dialektik von Emanzipation beleuchtet.

Aufführungen: 20. und 21.9. 2019 im WUK @ 19:30 / Währinger Straße 59, 1090 Wien
Mitschnitt der Uraufführung >>

Komposition: Bernhard Lang

Inszenierung, Stückfassung: Michael Höppner

Bühne, Kostüme, Malerei: Aurel Lenfert

Musikalische Leitung: David Eggert, Jack Adler-McKean

Choreografie: Margaux Marielle-Tréhoüart

Regiemitarbeit: Anna-Sophie Weber

Lichtdesign: Leroy Hawelky

Maskenbild: Martin Rink

Künstlerische Leitung, Arrangement: Evan Gardner

Mit: Margaux Marielle-Tréhoüart (Meerjungfrau / Tanz), Gina May Walter (P.T. Barnum / Sopran), Nina Guo (P.T. Barnum / Sopran), Sophie Catherin (P.T. Barnum / Mezzosopran), Mia Bodet (Keyboards), Evdoxia Filippou (Schlagzeug) und Pedro Pablo Camara Toldos (Saxophon)

Kooperation mit der Deutschen Oper Berlin

Die Schneekönigin

Gerda und Kay sind beste Freunde. Doch als Kay einen Splitter ins Auge bekommt, ist plötzlich alles anders. Kindisch, brav und blöd findet er Gerda und seine anderen Freunde und folgt der verlockenden Stimme der eisschönen Schneekönigin. Jetzt macht sich Gerda auf – und während sie ihren Kay sucht, findet sie sich selbst: Im schaurig-schönen Reich der Blumenkönigin, am langweilig-goldenen Hof der Prinzessin, in der gefährlich-dunklen Höhle der Räuberkönigin lernt sie für sich und ihre Freunde einzustehen. Mit Hilfe von Krähe und Rentier findet sie am Ende den Weg in den kalten Norden Lapplands und kann mit der wahren Macht der Freundschaft – dem Lachen – ihren Kay aus den Klauen der Schneekönigin befreien.

Seit Generationen ist Hans Christian Andersens Kunstmärchen aus den Kinderzimmern nicht mehr wegzudenken – und hat Autoren und Komponisten inspiriert. Jetzt verwandelt sich im November und Dezember die Tischlerei der Deutschen Oper Berlin in die eisig-kalte Welt der Schneekönigin. Komponist Samuel Penderbayne, Librettist Christian Schönfelder und die Regisseurin Brigitte Dethier gehen mit einer Schauspielerin, drei Sängern und fünf Musikern auf Gerdas Reise. Mit Witz und Schauer erzählen sie gemeinsam ein Road-Movie: Musizierende Blumen, eine krächzende Klarinette, ein Tuba-Rentier und die schaurig-schöne Synthesizer-Welt der Schneekönigin sind nur einige Zutaten für dieses Musiktheater, bei dem die Kinder hautnah am Geschehen sind.

Uraufführung: 22.11.2019, 18:00 Deutsche Oper, Tischlerei

Vollständiger Kalender >>

Komposition: Samuel Penderbayne

Inszenierung: Brigitte Dethier

Bühnenbild, Kostüme: Carolin Mittler

Dramaturgie: Lars Gebhardt

Mit: Sophie Körber (Gesang), Theresa Pilsl (Gesang), Marlene Gaßner (Gesang), Alexandra Ionis (Gesang), Martin Gerke (Gesang), Jonas Böhm (Gesang), Hanna Plaß (Gesang), Jone Bolibar Núñez (Klarinette), Jack Adler-McKean (Tuba), Henriette Zahn (Keyboard), und Daniel Eichholz (Schlagzeug) u.a.

Uraufführung

Odyssey: Dead Men Die

Eine Produktion von Opera Lab Berlin, finanziert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds

Mit „Odyssey“ wird Opera Lab Berlin einen zentralen Mythos der europäischen Zivilisation für unsere Gegenwart adaptieren und als genreübergreifendes Musiktheaterspektakel im Theater im Delphi präsentieren. Der bespielte ehemalige Filmpalast und komponierte Filmbilder werden dabei zum zentralen Bestandteil der musikszenischen Umsetzung.

„Furchtbares hat die Menschheit sich antun müssen, bis das Selbst, der identische, zweckgerichtete, männliche Charakter des Menschen geschaffen war, und etwas davon wird noch in jeder Kindheit wiederholt.“ (Adorno/Horkheimer im „Odysseus“-Kapitel der „Dialektik der Aufklärung“)

In diesem Zentraltext der europäischen Kultur wird vor dem Hintergrund einer fundamentalen gesellschaftlichen und familiären Krise eine mehrfache Suchbewegung thematisiert: Einerseits irrt der Kriegsheimkehrer Odysseus durch eine – nicht zuletzt durch ihn – aus den Fugen geratene Welt, andererseits hält die Strohwitwe und alleinerziehende Mutter Penelope Ausschau nach einer geeigneten Zukunft für sich. Beider Sohn Telemachos wird derweil zum Erwachsenen und sucht seinen Platz in der Welt, während die Konkurrenz schon an der Türschwelle lauert.

Dargestellt aus der Perspektive dieses wütenden jungen Mannes, geht unsere „Odyssey“ der hochbrisanten Frage nach, was eine regressive Wiederherstellung der „guten alten Ordnung“ und reaktionäre Heimkehrfantasien als vermeintliche Strategien zur Krisenbewältigung  für uns heutzutage bedeuten.

Uraufführung: 30.01.2020, 20:00 im Theater im Delphi (Gustav-Adolph-Straße 2, 13086 Berlin)
Weitere Aufführungen: 31.01., 02.02., 03.02., 04.02., 20:00

Komposition: Evan Gardner

Inszenierung: Michael Höppner

Bühnenbild: Martin Miotk

Kostüme: Hanna Rode

Video: Christian Striboll

Productionsleitung: Christine Elbel

Mit: Gina May Walter (Gesang), Martin Gerke (Gesang), Georg Bochow (Gesang), Nina Guo (Gesang), Evi Filippou (Schlagzeug), Shin-Joo Morgantini (Flöte),  Alba Gentili-Tedeschi (Keyboards), Jone Bolibar Nunez (Klarinette), Louis Bona (Viola) u.a.

Stimmung

eine Produktion von Opera Lab Berlin und wird vorbehaltlich der Mittelbewilligung finanziert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds

Opera Lab Berlin verwandelt Karlheinz Stockhausens Konzertstück „Stimmung“ für sechsstimmigen a-cappella-Chor, einen Klassiker der jüngeren Musikgeschichte, in Musiktanztheater. Sänger*innen des Ensembles werden erstmals auch tänzerisch und unter der Leitung einer Choreografin arbeiten: Die Tänzerin und Choreografin Margaux Marielle-Tréhoüart, die bereits 2017 für „Staatstheater“ für Opera Lab Berlin als Choreografin gearbeitet hat und die Hauptrolle in „Humbug“ (siehe oben) tanzt, konnte für dieses Projekt gewonnen werden. Margaux Marielle-Tréhoüart arbeitet als Tänzerin mit vielen Compagnien und Choreografen (u.a. Sasha Waltz&Guests) und interessiert sich in ihrer künstlerischen Arbeit stark für die intergrale Verbindung von Musik, Tanz und Theater.

Der einstündige meditative Obertongesang von „Stimmung“ atmet den Geist der siebziger Jahre. Die Esoterik des Stücks entwarf einst ein ästhetisches Gegenbild zum kapitalistischen Rationalismus, zur westlichen Lebensweise und zum bürgerlichen Konzertritual. Die in der 68er-Bewegung verankerte Spiritualität des Stücks stellen wir mit unserer szenisch-tänzerischen Interpretation auf den Prüfstand. Ideologie und Lebenspraxis der New Age- und Hippiebewegung sind  inzwischen nahtlos in den bekämpften Kapitalismus und seine Populärkultur integriert. Alternative Aufführungsformen sind Standard der Eventkultur. Die Dialektik von künstlerisch-gesellschaftlichem Widerstand wird so zum Thema.

„Stimmung“ wird im ehemaligen Kirchenraum des Ballhaus Ost zur getanzten und gesungenen Liturgie von Protest und Affirmation; zum Glaubensdienst am Kapitalismus und der Sehnsucht nach seinem Zusammenbruch; zur Anbetung des Kapitals und seiner Überwindung; zur musiktanztheatralen Performance über Glauben und Zweifel, Anpassung und Aufbegehren. Die Tanztheaterarbeit und die szenische Kontextualisierung des Stücks sind in unserer Ensemblearbeit ein weiterer Schritt auf dem Weg zum vielseitigen Darsteller eines genreübergreifenden, gesellschaftsrelevanten Musiktheaters.

Premiere und weitere Aufführungen: Ende Juni 2020 im Ballhaus Ost (Pappelallee 15, 10437 Berlin)

Komposition: Karlheinz Stockhausen

Choreographie: Margaux Marielle-Tréhoüart

Dramaturgie: Michael Höppner

Künstlerische Leitung: Evan Gardner

Mit: Sänger*innen des Ensembles Opera Lab Berlin