Staatstheater

von Mauricio Kagel

gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds

Fast ein halbes Jahrhundert nach der Uraufführung von Mauricio Kagels Staatstheater (1971 an der Hamburgischen Staatsoper) widmet sich Opera Lab Berlin einer neuen, zeitgemäßen Inszenierung dieses bahnbrechenden Musiktheaterwerks. Die Titel der neun Abschnitte („Repertoire“, „Einspielungen“, „Ensemble“, „Debüt“, „Saison“, „Spielplan“, „Kontra-Danse“, „Freifahrt“ und „Parkett“) lassen bereits erahnen: Kagel selbst setzte sich in seiner Version von Staatstheater vor allem mit dem Thema des Musiktheaters an sich, seinen Bedingungen und Möglichkeiten auseinander. All das auf die für Kagel so typische schwarzhumorige, teils groteske, teils absurde Art. Er lässt aber auch Raum für Neuinterpretationen, ja sogar für eine Neu-Komposition des Stücks: Die einzige formale Vorgabe lautet, dass es nicht länger als 100 Minuten dauern darf. Für unsere Neuinszenierung im Ballhaus Ost gehen wir daher einen Schritt weiter als Kagel: In einer auf Opera Lab Berlin zugeschnittenen Besetzung von 8 Musikern und 8 Sängern entwerfen wir einen musiktheatralischen Parcours – für 5 Abende verwandeln wir das Ballhaus Ost in einen fiktiven Staat! Unsere Zuschauer sind eingeladen, sich auf eine interaktive Reise durch unseren Mini-Staat zu begeben und sich gemeinsam mit uns der Frage zu stellen: Was darf der Staat, was soll er, was kann er – was bedeutet er für unser Leben? Wie begegnet er uns im Alltag? Wie können wir ein selbstbestimmtes, individuelles Leben in einer vorgegebenen Gesellschaft führen? Welche Rolle spielt der Staat bei aktuellen Fragen, Krisen und Konflikten? Und, nicht zuletzt: Welche Alternativen gibt es zu unserer Staatsform, die wir im Alltag nur selten in Frage stellen?

Inszenierung: Michael Höppner

Neufassung und Künstlerische Leitung: Evan Gardner

Musikalische Leitung: Antoine Daurat

Bühne: Martin Miotk und Cristina Lelli

Kostüme: Günter Hans Wolf Lemke

Choreographie: Margaux Marielle-Trehoüart

Lichtdesign/Technische Leitung: Fabian Eichner

Maske: Martin Rink

Regieassistenz: Anna Weber

Produktionsleitung: Anna Crespo

Regiehospitanz: Nadja Sühnel

Kostümassistenz: Pujan Shaheb

Ankleiderin: Irene Anglada Espadaler

Klanginstallation: Björn Erbach

Instrumentenbau: Marjam Schaal

Technische Assistenz: Gustav Kleinschmidt

Fotografie: Vincent Stefan

Grafik: Sophie Natta

Catherine Gayer: Sopran

Klaus Lang: Bass

Gina May Walter: Sopran

Enrico Wenzel: Bass

Angela Braun: Sopran

Magnus H. Jonsson: Tenor

Antonie Daurat: Musikalische Leitung

Mia Bodet: Geige

David Eggert: Violoncello

Shin Joo Morgantini: Flöte

Jone Bolibar Núñez: Klarinette

Evdoxia Filippou: Schlagzeug

Alexandros Giovanos: Schlagzeug

Alba Gentili-Tedeschi: Klavier

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